1 Einleitung

1.1 Das Spiel "Set!"

Das Kartenspiel "Set!" [1], mit dem wir uns in unserer Arbeit beschäftigen, besteht aus 81 verschiedenen Karten. Die auf den Karten abgebildeten Symbole haben vier Eigenschaften mit jeweils drei Varianten (Tabelle):
 
Eigenschaft Variante
Anzahl der Symbole 1, 2 oder 3
Farbe der Symbole grün, lila oder rot
Form der Symbole Rechteck, Tilde oder Ellipse
Füllung der Symbole Ausgefüllt, gepunktet oder leer

Ein "Set" besteht aus genau 3 Karten (deren Reihenfolge beliebig ist), die in jeder Eigenschaft (jede Eigenschaft für sich gesehen) genau gleich oder völlig unterschiedlich sind.
 
Anzahl Farbe Form Füllung
Karte 1 1 Symbol grün rechteckig gepunktet
Karte 2 3 Symbole rot rechteckig ausgefüllt
Karte 3 2 Symbole lila rechteckig leer
Es liegt in obenstehender Tabelle ein Set vor, weil die Anzahl der Symbole völlig unterschiedlich ist und die Farben völlig unterschiedlich sind und die Formen genau gleich sind und die Füllungen völlig unterschiedlich sind.
 
Anzahl Farbe Form Füllung
Karte 1 3 Symbole lila oval leer
Karte 2 3 Symbole rot oval gepunktet
Karte 3 3 Symbole lila oval ausgefüllt
Hier liegt kein Set vor, denn für eine der Eigenschaften (die Farbe) trifft die Setdefinition nicht zu. Daß sie für alle anderen Eigenschaften zutrifft, spielt dann keine Rolle mehr.

Das eigentliche Spiel besteht darin, daß 12 Karten ausgelegt werden. Sobald ein Spieler (Anzahl der Spieler beliebig; alle spielen gleichzeitig) ein Set gefunden hat, ruft er "Set!" und nimmt sich die drei Karten, die das Set bilden, woraufhin die Kartenauslage wieder auf 12 Karten ergänzt wird. Wenn alle 81 Karten aufgebraucht sind und kein Set mehr in der Auslage vorhanden ist, gewinnt der Spieler, der die meisten Sets erkannt hat.

1.2 Ausgangspunkt unserer Überlegungen

Die Spielpraxis zeigt, daß es vorkommen kann, daß in den 12 ausgelegten Karten kein Set vorliegt. Die Spielanleitung [2] verweist in diesem Fall darauf, 3 weitere Karten auszulegen und somit die Auslage "kurzfristig" aus 15 Karten bestehen zu lassen, "die nach dem nächsten Set nicht wieder ergänzt werden". Die Anleitung sagt jedoch nichts darüber aus, ob in 15 beliebig gewählten Karten immer ein Set vorhanden ist. Durch Ausprobieren stellten wir fest, daß dies nicht der Fall ist; wir fanden 18 Karten ohne Set. Das brachte uns dazu, uns genauer mit diesem Thema zu beschäftigen.

1.3 Fragestellungen

Unsere Leitfrage ergab sich aus dem oben erläuterten Zusammenhang: Im Verlaufe unserer Untersuchungen ergaben sich weitere Fragestellungen in bezug auf die Leitfrage:
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Anregungen, Fragen, Kritik an: Wolf Behrenhoff, Felix Krahmer und Andreas Sorge